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einfach mal ausprobieren - wechselt immer zwischen der aussicht aus meinem buero auf das justizministerium von palaestina (links im bild) und dem prontos, einem beliebten italiener, wo auch bier ausgeschenkt wird (ist ja ne seltenheit hier)
mit viel glueck schlendere ich mal durchs bild: entweder die strasse entlang, von oder zur arbeit, oder im prontos sitzend, ein feierabendbier geniessend :-) (aber zaehlt bitte nicht mit...)
Ei gucke ma da
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Qalqilya - das aermste Kamel auf Erden...
eigentlich war es ja ein arbeitsaufenthalt, am 26. maerz in qalqilya. nur ne kleine sache, zwei stunden dreh, nettes mittagessen, viele handshakes, bischen laecheln. nach der anstrengung konnte ich aber den rest der crew davon ueberzeugen, einen abstecher in den zoo von qalqilya zu machen. dabei muesst ihr wissen, qalqilya ist eigentlich selbst ein zoo - einer fuer menschen. komplett eingemauert (ich meine natuerlich eingesicherheitszaunt) liegt die stadt am westlichen rand der westbank, also ziemlich nah am israelischen kernland. die bauern sind von ihren feldern abgeschnitten und die einwohner vom rest palaestinas. und ab und zu kommen ein paar touristen aus europa und amerika und bestaunen die einheimischen in ihrem kaefig. sozusagen ein begehbares freigehege, nach aussen hin gut abgesichert durch 8 meter hohen beton, zu betreten natuerlich nur auf eigene gefahr - eltern haften fuer ihre kinder.
jedenfalls gibt es hier auch einen zoo im zoo - einen fuer tiere. gut besucht durch die einheimische bevoelkerung , die dort gerne unter baeumen ein familienpicknick abhaelt, die grosszuegigen spielgeraete fuer kinder aufsucht und vielleicht im anblick der tierkaefige ihr eigenes beschraenktes dasein vergessen kann. was als erstes auffaellt ist die ungewoehnliche raumaufteilung in diesem zoo (ich meine dem tierzoo). normalerweise gibt es wege fuer menschen, vielleicht auch ein haus mit einem cafe fuer die zweibeiner, doch der meiste platz ist mit den gehegen fuer die tiere bebaut. in qalqilya im zoo ist es jedoch anders herum. die groesste flaeche steht den zweibeinern zur verfuegung. mit schattenspendenden baeumen, baenken und tischen, grosszuegig angelegten kinderspielplaetzen und tummelwiesen ist es ein kleines paradies zum entspannen und kloenen. und dazwischen sind kleine gitterkonstruktionen aufgestellt, in denen allerlei fell- und federvieh ein dahin vegetiert.
die auswahl an tieren ist dabei gar nicht mal so klein. es gibt loewen (drei stueck auf 20 m2), verschiedene baerenarten (drei auf 16 m2, einer auf 12 m2), ein wolfsrudel (sechs auf 30 m2), diverse affen (vier auf 10 m2, zwei mal zwei auf je 5 m2, zwei mal 1 auf je 5 m2), ein dingo (auf 9 m2), krokodile (drei auf 16 m2), ein stachelschwein (5 m2) und noch ein paar unidentifizierte arten in ebenso kleinen kaefigen. am besten ging es noch den haustieren. in einem groesseren freigehege liefen strausenvoegel, gaense, huehner und ziegen rum. pfauen streunten frei durch das gelaende. und am ende fand ich ein kamel, vielleicht war es auch ein dromedar, genau weiss ich das nicht, denn die (oder der) hoecker war/en eingefallen. es hatte eigentlich das beste gefaengnis im ganzen zoo, sehr geraeumig fuer nur ein tier, mit sandboden, einem kleinen unterstand und der moeglichkeit in der sonne zu stehen, was den anderen eingepferchten kreaturen verwaehrt blieb. doch trabte es stehts auf der stelle, wechselte staendig das vordere standbein, so das es immer hin und her wippte, wobei die hinterbeine still auf der stelle blieben. es war versteckt im hintersten winkel des zoos, kein besucher beaeugte es, niemand sprach zu ihm, keine tiere in der nachbarschaft. so schaukelte es seinen kopf hin und her und nahm keine notiz von seiner umwelt. ich bin mir nicht sicher, ob es mich wahrgenommen hat. ich bin in das nachbargehege gestiegen, um es ueberhaupt sehen zu koennen (ein fussweg fuehrte leider nicht hin, denn sein gehege war hinter einem leeren gehege, ohne zugang).
die behausungen der tiere hatten allesamt ausschlieslich betonfussboeden, nur im krokodils- und in einem baerengehege war auch eine wasserpfutze integriert. eigentlich war es eher eine stehende abwasserbruehe. einen platz zum sonnen gab es auch nur im wolfskaefig, all die anderen waren komplett ueberdacht. was gruenes fehlte gaenzlich, futter oder vielleicht spielzeug, aeste oder sonstige utensilien waren auch nicht vorhanden. obwohl, in dem einen affengehege war ein autoreifen aufgehaengt.
gestunken hat es im ganzen zoo, nach exkrementen. in den meisten kaefigen konnte man den gestank auch sehen. die tiere lagen teilweise in ihrem eigenen dreck und kot, da es keine ausweichmoeglichkeiten gab. hinzu kam noch der zivilisationsmuell, abfaelle, verpackungen, plastiktueten, die wohl der wind in die behausungen gefegt hatte. ich kann mir nicht vorstellen, dass dieser ganze muell nur von einem tag stammte...
die kinder waren zufrieden, exotische tiere kann man sonst nur noch in gaza-stadt bewundern, wo die bewohner der westbank in der regel nicht hinkommen. sie fuetterten die tiere mit melonen- und sonnenblumenkernen, die sie einfach in alle gehege warfen, gleich ob sich dahinter fleisch- oder pflanzenfresser befanden.
natuerlich ist der zoo, gerade fuer die gefangenen von qalqilya, eine willkommene abwechslung in ihrer schweren situation. und bevor man geld in artgerechte tierhaltung steckt, wuerde man es erstmal in "artgerechte menschenhaltung" stecken, wenn denn welches da waere. doch dieser besuch eines zoos war der mit abstand erschreckendste und traurigste in meinem leben. nicht nur das die tiere alle psychische stoerungen haben (das typische rundenlaufen im kaefig, desinteresse an der umwelt, und das vorderbeinwippen des kamelartigen tieres), sie leben alle in ihren eigenen ausfluessen auf einem zementfussboden, ohne je einen sonnenstrahl abzubekommen, ohne beschaefftigung, verwahrlost und verwildert und ganz bestimmt hungrig. und wenn ich noch dran denke, dass einige dieser tiere bedeutend besser riechen koennen als ich... wenn pferde nicht wirklich kotzen koennen, hier wuerden sie es bestimmt sofort lernen.
Arbeit - nur wen's interessiert
nun, eigentlich bin ich ja hier, um mein zweites curriculares praktikum abzuhalten. selbstverstaendlich tu ich das auch, jedoch diesmal eben bei idiomsfilm (www.idiomsfilm.com).
und das bedeutet, dass ich einer von ca. 15 freischaffenden bin...
und das wiederum bedeutet, dass ich mir meine arbeit selbst herbeischaffen muss.
und das bedeutet nun: viel stress.
na jedenfalls sind hier bei idioms viele projekte am laufen, viele ideen vorhanden, viel ehrgeiz und enthusiasmus und vor allem idealismus: alles ist moeglich, auch wenn wir davon keine ahnung haben. denn es gibt ja nicht viele unternehmen hier, die audio-visuelle produktionen anbieten, fotografie, kunst, radiobeitraege, copyright musik, organisation von ausstellungen, etc. idioms denkt sich deshalb, wir offerieren alles, was gewuenscht wird, in allen bereichen...
nun, nach zwei wochen, hab ich mich durch all das geplante, das noch nicht fertig gestellte, das utopische und das realisierbare durchgewurschtelt, mir zwei sehr schoene laengerfristige filmprojekte rausgesucht und einfach mal die produktion dieser uebernommen. das heisst die treatments ueberarbeiten, die recherche vorantreiben und vor allem sie fuer den verkauf in den europaeischen markt fit machen. ihr versteht sicherlich, dass ich hier nicht naeher eingehe auf diese projekte, da sie ja noch in arbeit sind.
ausserdem gibt es hier jedemenge kleinere jobs zu tun. ein portfolio erstellen, mit allem drum und dran, einige kleinere shootings (ich meine filmshootings, nicht andere...) fuer diverse archive. da war z.b. eine filmvorfuehrung und die anschliessende diskussion sollte aufgenommen werden. lustig, wenn man kein wort der heftig argumentierenden versteht, aber trotzdem den richtigen fokus halten muss. oder eine eroeffnung einer neuen bank, mit anschliesendem rundgang (auch in den tresor).
ansonsten habe ich noch ein privates filmprojekt am laufen, stehe mit dem hiesigen goethe-institut in verbindung zwecks eines filmes und erarbeite mit idiomsfilm (zur zeit nur) zwei weitere filmideen. kurz ym, ich bin ausgelastet, arbeite als producer, line-producer, kameramann und spaeter auch als cutter.
ihr versteht also, warum dieser blog soviele rechtschreibefehler enthaelt, keine grossbuchstaben, nur wenige links und keine gruendlich recherchierten geschichten - mir fehlt einfach die zeit dafuer.
Ankunft - 13.03.07
ich sitze nun im 6. stockwerk, hoch ueber ramallah, und koennte theoretisch ueber die ganze stadt schauen und sogar bis westjerusalem blicken, wenn hier nicht gerade die welt untergehen wuerde. nicht falsch verstehen: ich meine nur das wetter. der treibhauseffekt hat hier gegenteilige auswirkungen als in dtl. wir haben um die null grad, nebel, seit meiner ankunft schuettet es wie aus eimern, es gewittert immer wieder und heute schneit es schon den ganzen tag, manchmal auch graupel und zu alldem maechtiger sturm.
natuerlich gibt es nirgends heizungen, die schiebefenster sind selbstverstaendlich undicht, sodas es nicht nur reinregnet, sondern auch schoen reinpfeift. irgendwie habe ich beim packen verdraengt, dass hier winter sein koennte, wo wir doch dieses jahr keinen hatten.
jedenfalls sitze ich hier bei idioms, hab mein eigenes buero, die aussenwand ist eine komplette fensterfront - also schoener blick, schoen hell, schoen windig, schoen kalt und schoen feucht.
als ich gestern auf dem flughafen ankam, uebrigens schon eine halbe stunde frueher als geplant, wurde ich schon von dem gewitter begruesst und wolkenbruchartigem regen dazu. mein rucksack, trotz dass ich ihn in einen plastiksack gesteckt hatte, war auch gut nass, als ich ihn vom band im flughafen nahm, wahrscheinlich lag er in prag die ganze zeit im freien, bevor er in die naechste maschine verladen wurde. und selbstverstaendlich trocknet er hier nirgends, wie auch, so habe ich leider auch nur ein feuchtes handtuch...
meine abfertigung verlief verdaechtig zuegig und einfach, sie stempelte mein altes arbeitsvisum ungueltig, fragte nach dem grund meiner reise (ferien natuerlich) und schon hatte ich meinen stempel und durfte passieren. beim letzten mal wurde ich schon ausgefragt, bevor ich die maschine nach tel aviv ueberhaupt betreten durfte. allesmoegliche persoenliche wollten die wissen, und diesmal nix.
aber die freude ueber die problemlose einreise waehrte nicht lange. in jerusalem angekommen stand ich dann im stroemenden regen, zu frueh, um schon nach ramallah zu fahren. und da ja jedes cafe in israel einen eigenen security-guard hat, der deine tasche kontrolliert, erwies sich der besuch eines warmen und trockenen plaetzchens als schwierig, denn mein ganzes gepaeck wollte ich ja auch nicht im regen ausbreiten. naja, irgendwann fand ich einen, der vertrauensselig war und mich unkontrolliert mit meinem gepaeck einlies. drei stunden, und ich war wieder halbwegs trocken, der regen hatte eine pause, ich marschierte los, zum bus nach ramallah, als, natuerlich, der regen wieder einsetzte. zum zweitenmal nass erreichte ich den bus, der jetzt uebrigens direkt nach ramallah durchfaehrt. frueher musste man zu fuss den checkpoint passieren und in einen anderen bus dahinter einsteigen. das war natuerlich eine freudige ueberraschung. mein alter qualandia-checkpoint existiert so nicht mehr, dort steht jetzt eine moderne grenzstation, mit allem drum und dran, aber bei der einreise in die westbank, wurde man ja noch nie kontrolliert, heute auch nicht. in ramallah waren, nein sind die strassen fluesse. die stadt ist ja in huegel gebaut, so dass man hier interessante wasserspiele beobachten kann. wo der tiefste punkt der stadt ist, weiss ich noch nicht...
jedenfalls stand ich im regen in ramallah, nahm ein taxi zu idioms, und wurde an einer mir unbekannten stelle rausgelassen, dem wolkenbruch wieder ausgeliefert. leider habe ich noch keinen palaestinensischen handyvertrag, so dass ich mohanad (einer der chefs bei idioms) nicht anrufen konnte. na jedenfalls wurde alles wieder gut, ich stiefelte durchs gewitter, ich wusste noch den strassennamen, wo idioms zu finden sein sollte, natuerlich weit weg von dem punkt wo ich stand. mich fuhr jemand hin, mich lies jemand mit mohanad telefonieren und es ergab sich, nach einer rundfahrt, dass ich an meinem ausgangspunkt richtig gewesen bin. idioms ist naemlich in der zwischenzeit umgezogen, leider haben sie noch kein firmenschild am neuen sitz. ich wurde halbwegs trocken, bevor ich mich zum dritten mal einweichen lies.
wohnen tu ich erstmal bei mohanad zu hause, in einem gaestezimmer mit einem warmen und gemuetlichen bett, wo wir am nachmittag auch irgendwann ankamen. die warme dusche erwies sich als kampf in dem 5 grad warmen bad (oder so), entweder kochte das wasser oder es kam eis raus. aber ich konnte in trockene klamotten steigen, zumindest halbwegs, denn einen feuchten touch hatt alles in meinem gepaeck, trotz plastiktueten. in die nassen schuhe wieder rein und wir starteten wieder. es gab noch ein bischen arbeit zu erledigen, essen gehen, und eine rundfahrt zu verschiedenen mitarbeitern von idioms - vorstellung des deutschen eben. nass und kalt ging das so bis 23 uhr, bis wir eine pizzeria aufsuchten die warm war und wo sich allerlei idioms-mitarbeiter versammelt hatten. gegen 2 uhr lag ich endlich im trockenen bett und konnte schlafen, nachdem ich die nacht zuvor im flieger kein auge zu tun konnte. die 4 stunden flug wurden komplett zum service am gast genutzt, dass heisst festtagsbeleuchtung und staendig trubel, und das auf einem flug von 0 uhr bis 4 uhr frueh - die spinnen die tschechen... (bin mit czech-airline geflogen)
so, war sonst noch was? ich bin absolut happy, wieder hier zu sein, die jungs sind gut drauf, arbeit scheint es zu geben (wir haben heut nachmittag eine sitzung zusammen, wo ich alles erfahren werde), ne wohnung werden wir finden und dann liegt es an mir, filme ans deutsche fernsehen zu verkaufen, na viel spass.
jetzt geh ich erstmal meine beine wieder auftauen und meine haende in die hosentaschen vergraben.

