auf ramallahs strassen herrscht im grunde normalbetrieb. die „17 forces“ waren und sind nach wie vor sehr praesent. polizeistreifen waren und sind alltaeglich. schiessereien sind keine zu vernehmen.
die security forces haben donnerstag abend begonnen, hamas mitglieder zu verhaften, hauptsaechlich regierungsmitarbeiter unterschiedlichen grades. es kam am manarah demos, donnerstag abend und freitags, damit der konflikt nicht ramallah infizieren moege. die brigaden der fatah haben staerke demonstriert, die bevoelkerung beruhigt und gezeigt, dass sie hier nicht besiegt werden koennen und fuer sicherheit sorgen koennen. und schuesse in die luft tun dabei gut, putschen auf und beruhigen. sie sind ja auch fast taegliches ritual bei jeder hochzeitsfeier. eine waffe ist hier nicht generell boese, sondern nur in den haenden der falschen boese. vielleicht ist das die kreation des characters von menschen nach 60 jahren krieg. und das dabei einige von ihnen maskiert waren, wie im deutschen tv auch zu sehen war, ist nur verstaendlich fuer die angeworbenen, einfachen kaempfer der forces – eigenschutz fuer sich und vor allem ihre familien. denn ja, fatahkaempfer leben jetzt etwas gefaehrlicher, da eben doch keiner weiss, ob es nicht doch irgendwann losgeht, auch in ramallah. es werden ja schon taeglich fatah- und hamaskaempfer in der westbank von palaestinensern getoetet. in ramallah noch nicht. am samstag wurde, wie ja zu sehen im deutschen tv, das parlament in ramallah gestuermt. es ging das interior einiger bueros zu bruch, hamasmitglieder wurden abgefuehrt. das wars. keine schiessereien aufeinander.
die leute diskutieren viel miteinander. ich hatte es schon erwaehnt, dass sie endlich anfangen sich damit auseinanderzusetzen, in der gesellschaft, der normalen bevoelkerung. klar, dieser umstand des vorhandenseins eines westbank weiten themas, senkt die stimmung in ramallah, drueckt sie in eine melankolisch angehauchte lage. als angespannt wuerde ich sie nicht bezeichnen, zumindest nicht seit sonntag. nachdenklich, noch ein wenig geschockt, weil in diesem ausmass und dieser geschwindigkeit nicht erwartet und ratlos. es geht schon irgendwie weiter, mal sehen wie es in ein paar wochen aussieht, sind so die standardsaetze am ende einer diskussion. die allgemeine politikverdrossenheit ist ploetzlich zerfallen. dieser neue umstand ist zumindest eine positive auswirkung des gazakrieges. die leute interessieren sich fuer die statements der neuen regierung, obwohl genau das zu der verdrossenheit gefuehrt hatte, dass die regierungen staendig wechselten in den vergangenen jahren. minister kamen und gingen, wurden verhaftet von israel, gefeuert von hamas oder fatah. man hielt auf niemanden was. auch wenn die ersten pressekonferenzen der neuen regierung meinem gefuehl nach nicht wirklich fuer begeisterung oder zufriedenheit unter den ramallahnern sorgte und eher mit einem wink am ende abgetan wurden, so wurden sie doch wenigstens wahrgenommen und verfolgt.
oh, und dann gibt es noch eine aenderung auf ramallahs strassen: eine neue art von dicken, gepanzerten, schwarzen jeeps ist unterwegs. nie allein, immer zu dritt und manchmal mit einer limousine dazwischen. schwarze scheiben runtherum und mit gruenen palaestinensischen nummerschildern. die limousinen mit roten, der palaestinensischen autonomiebehoerde. fatahfuehrer aus gaza und der rest der truppen, die noch vor sonntag aus gaza fliehen konnten, mit spezieller genehmigung des israelischen inlandsgeheimdienstes. dahlan’s maenner, wofuer er nun entlassen werden soll. also nochmehr sicherheitskraefte der fatah auf ramallahs strassen unterwegs.
18/06/2007
