was ein netter abend, tolle idee, nur leider mal wieder voll vorbei. vorbei an der realitaet, an dem notwendigen und damit vorbei an den menschen. ein spektakel, wie es typischer kaum sein koennte. typisch fuer die kulturarbeit europaeischer ngo’s, die viel tun, viel geld zum fenster rausschmeissen und dabei niemanden erreichen, ausser die dekadenz im lande und die europaeer im lande.
es ist geradezu eine romantische vorstellung: am abend, wenn die sonne bereits untergegangen ist, gemuetlich an der imposanten mauer zu sitzen, im lauen lueftchen, und kunst zu betrachten. kunst in form von fotos, teilweise auch guten und aussagekraeftigen. fotos von sogar acht verschiedenen fotografen, aus zypern, beiden teilen, deutschland, beiden teilen, irland, beiden teilen und dem heiligen land, beiden teilen. die mauer als projektionsflaeche fuer fotos anderer geteilter laender (von deutschland zur wendezeit...) in ihrer groesse und unberuehrbarkeit, in ihrer unzerstoerbarkeit und endgueltigkeit stellt sie eine ausstellungsflaeche fuer die ewigkeit zur verfuegung – sollte man doch immer fuer ausstellungen verschiedenster arten nutzen? warum die realitaet der mauer und ihren reellen zweck anerkennen? lasst uns die mauer, ihren zweck und ihre undurchdringlichkiet doch einfach ignorieren. hier hat uns israel eine ausstellungsflaeche, eine riessige freiluftgallerie zur verfuegung gestellt. an dieser stelle nochmal dank an sharon, fuer dieses grossartige bauwerk, wo wir nun unsere westliche ignoranz zur schau stellen duerfen.
wieso, frage ich mich, sollte ich als eingemauerter palaestinenser an meine gefaengnisswand kommen, um bilder anderer noch stehender mauern zu betrachten und bilder von einer bereits eingerissenen deutschen mauer. noch dazu, wenn die anderen zu sehenden mauern im vergleich zur eigenen gerade wie spielzeug-zaeune aussehen, nicht halb so gross und imposant sind. ich weiss nicht so recht, aber haetten sich ddr-buerger gerne an ihre mauer gestellt, um bilder von z.b. der koreanischen mauer anzuschauen, projeziert an den „antifaschistischen schutzwall“? haette es ihrer kulturellen bildung einen fortschritt verschafft, haette dieser kulturelle abend eine innere zufriedenheit in irgend einer form eingestellt?
der „antiterroristische schutzwall“ ist noch viel zu jung, noch nicht einmal abgeschlossen in seinem bau. und doch hat er bereits zahlreiche todesopfer gefordert, ist grab- und mahnmal zu gleich, entzweit familien, enteignet menschen. und schon sind wir europaeer zur stelle, diesem terrorbau (der zu dem noch illegal ist, laut un-recht) seinen schrecken nehmen zu wollen, in dem wir andere mauerbilder an sie projezieren! nach nicht einmal zwei jahren, seit ihrem beginn! zynisch finde ich das, heuchlerisch und ziemlich ueberheblich, zumal wir europaeer ja sonst nix unternehmen, um diesen bau zu stoppen oder ihn wenigstens versuchen in seine legalen grenzen zu verweisen! wir nehmen diesen illegalen akt von landzerstoerung und mord durch eine regierung einfach hin und projezieren unsere kunst darauf. vielleicht sollten wir an den mauern von guantanamo auch mal eine diashow veranstalten, vielleicht mit bildern aus anderen gefaengnissen, die nicht halb so brutal sind wie guantanamo. und dann laden wir die dortigen haeftlinge auf einen kulturellen abend ein.
der eine palaestinensische fotograf unter den achten, war zumindest maechtig stolz auf sich, seine bilder an seiner mauer zu sehen. leider kenne ich diesen menschen und hege eine grosse abneigung gegen ihn, allerdings aus anderen characterlichen gruenden. jedenfalls kann ich ueber ihn sagen, dass er als pressefotograf „seine“ mauer als geldquelle sieht. er verkauft sie in form von tollen bildern und fotomontagen an den „kunstinteressierten“ westen. von beiden seiten! fuer ihn ist „seine“ mauer einzig ein gutes motiv, nach dem der westen lechtzt. er kann sie ja auch von beiden seiten betrachten, durch sie hindurch gehen. er hat die blaue id-card.
nun, ich kann meine „kunstbeflissenen europaeischen“ wurzeln nicht einfach so abstreifen, also zurueck zur romantischen seite dieses kulturellen hoehepunktes meines palaestinaaufenthaltes 2007: die show, mit acht projektoren, durch die die bilder der acht fotografen in einem loop von etwa 25 min zu sehen waren, unterlegt mit einer chilligen musik, ebenfalls im loop von 8 min. teilweise aufeinander abgestimmt liefen die portaits von menschen und „ihren“ mauern ab, von abends neun uhr bis mitternacht. einige bessersituierte palaestinenser und einige europaeer betrachteten das schauspiel und maenner von beiden grossen palaestinensischen organisationen (fatah, hamas) bewachten es, nicht zum schutz der zuschauer, sondern als kommisare der zensur...
also hier nun die romantische show zur show. zum downloaden diesmal.
es ist geradezu eine romantische vorstellung: am abend, wenn die sonne bereits untergegangen ist, gemuetlich an der imposanten mauer zu sitzen, im lauen lueftchen, und kunst zu betrachten. kunst in form von fotos, teilweise auch guten und aussagekraeftigen. fotos von sogar acht verschiedenen fotografen, aus zypern, beiden teilen, deutschland, beiden teilen, irland, beiden teilen und dem heiligen land, beiden teilen. die mauer als projektionsflaeche fuer fotos anderer geteilter laender (von deutschland zur wendezeit...) in ihrer groesse und unberuehrbarkeit, in ihrer unzerstoerbarkeit und endgueltigkeit stellt sie eine ausstellungsflaeche fuer die ewigkeit zur verfuegung – sollte man doch immer fuer ausstellungen verschiedenster arten nutzen? warum die realitaet der mauer und ihren reellen zweck anerkennen? lasst uns die mauer, ihren zweck und ihre undurchdringlichkiet doch einfach ignorieren. hier hat uns israel eine ausstellungsflaeche, eine riessige freiluftgallerie zur verfuegung gestellt. an dieser stelle nochmal dank an sharon, fuer dieses grossartige bauwerk, wo wir nun unsere westliche ignoranz zur schau stellen duerfen.
wieso, frage ich mich, sollte ich als eingemauerter palaestinenser an meine gefaengnisswand kommen, um bilder anderer noch stehender mauern zu betrachten und bilder von einer bereits eingerissenen deutschen mauer. noch dazu, wenn die anderen zu sehenden mauern im vergleich zur eigenen gerade wie spielzeug-zaeune aussehen, nicht halb so gross und imposant sind. ich weiss nicht so recht, aber haetten sich ddr-buerger gerne an ihre mauer gestellt, um bilder von z.b. der koreanischen mauer anzuschauen, projeziert an den „antifaschistischen schutzwall“? haette es ihrer kulturellen bildung einen fortschritt verschafft, haette dieser kulturelle abend eine innere zufriedenheit in irgend einer form eingestellt?
der „antiterroristische schutzwall“ ist noch viel zu jung, noch nicht einmal abgeschlossen in seinem bau. und doch hat er bereits zahlreiche todesopfer gefordert, ist grab- und mahnmal zu gleich, entzweit familien, enteignet menschen. und schon sind wir europaeer zur stelle, diesem terrorbau (der zu dem noch illegal ist, laut un-recht) seinen schrecken nehmen zu wollen, in dem wir andere mauerbilder an sie projezieren! nach nicht einmal zwei jahren, seit ihrem beginn! zynisch finde ich das, heuchlerisch und ziemlich ueberheblich, zumal wir europaeer ja sonst nix unternehmen, um diesen bau zu stoppen oder ihn wenigstens versuchen in seine legalen grenzen zu verweisen! wir nehmen diesen illegalen akt von landzerstoerung und mord durch eine regierung einfach hin und projezieren unsere kunst darauf. vielleicht sollten wir an den mauern von guantanamo auch mal eine diashow veranstalten, vielleicht mit bildern aus anderen gefaengnissen, die nicht halb so brutal sind wie guantanamo. und dann laden wir die dortigen haeftlinge auf einen kulturellen abend ein.
der eine palaestinensische fotograf unter den achten, war zumindest maechtig stolz auf sich, seine bilder an seiner mauer zu sehen. leider kenne ich diesen menschen und hege eine grosse abneigung gegen ihn, allerdings aus anderen characterlichen gruenden. jedenfalls kann ich ueber ihn sagen, dass er als pressefotograf „seine“ mauer als geldquelle sieht. er verkauft sie in form von tollen bildern und fotomontagen an den „kunstinteressierten“ westen. von beiden seiten! fuer ihn ist „seine“ mauer einzig ein gutes motiv, nach dem der westen lechtzt. er kann sie ja auch von beiden seiten betrachten, durch sie hindurch gehen. er hat die blaue id-card.
nun, ich kann meine „kunstbeflissenen europaeischen“ wurzeln nicht einfach so abstreifen, also zurueck zur romantischen seite dieses kulturellen hoehepunktes meines palaestinaaufenthaltes 2007: die show, mit acht projektoren, durch die die bilder der acht fotografen in einem loop von etwa 25 min zu sehen waren, unterlegt mit einer chilligen musik, ebenfalls im loop von 8 min. teilweise aufeinander abgestimmt liefen die portaits von menschen und „ihren“ mauern ab, von abends neun uhr bis mitternacht. einige bessersituierte palaestinenser und einige europaeer betrachteten das schauspiel und maenner von beiden grossen palaestinensischen organisationen (fatah, hamas) bewachten es, nicht zum schutz der zuschauer, sondern als kommisare der zensur...
also hier nun die romantische show zur show. zum downloaden diesmal.

