Wie Hitler im 2. WK

nahezu taeglich kann man in israelischen medien aufrufe an das militaer lesen, endlich in gaza einzumarschieren und dem qassam-raketen-beschuss aus gaza ein ende zu setzen. besonders, nachdem nun in der letzten woche das militaercamp getroffen wurde, bei dem es 15 verletzte gab. die regierung um premier olmert findet immer wieder „ausreden“, so heisst es z.b. heute in der online-haaretz, warum sie keine ernsthafte militaeroperation in gaza starte. eine davon ist die folgende: ”We do not want to open a second front, in addition to the one up north. After all, we do not want to get caught fighting a two-front war.” (wir wollen nicht, zusaetzlich zur nordfront, eine zweite front eroeffnen. wir wollen nicht in einen zwei-fronten-krieg rein gezogen werden.)

ansich soweit verstaendlich. diese aussage ist eigentlich auch nicht neu, sie diente fuer israel seit der hamas-uebernahme von gaza als grund dafuer, nicht wieder in den strip einzumarschieren.

in dem meinungsartikel in der online-haaretz macht allerdings der autor eine interessante assoziation, die ich fuer weithergholt empfinde und fuer ueberhaupt nicht vergleichbar. aber macht euch selbst ein bild. er schreibt naemlich nach dem olmert-zitat weiter: This will remind those who still remember World War II of the two-front issue then. Hitler did not want to fight a two-front war so he signed, to the amazement of all, the Ribbentrop-Molotov non-aggression pact with the Soviet Union. The pact gave him the chance to knock France out of the war before taking on the Soviet Union. After the Germans plunged into the Soviet Union, Stalin and his many admirers campaigned for the opening of a "second front" in the west so that Hitler would be forced to fight a two-front war.” (das erinnert die, die noch den 2. weltkrieg im kopf haben, an die zwei-fronten-situation dort. hitler wollte keinen zwei-fronten-krieg fuehren, also unterzeichnete er, zur ueberraschung aller, den ribbentrop-molotov nicht-angriffspakt mit der sowjetunion. dieser pakt gab ihm die chance, erst frankreich zu nehmen, bevor er sich wieder der sowjetunion zu wandte. nachdem die deutschen in die sowjetunion eingefallen sind, hat stalin mit seinen vielen anhaengern eine kampagne gestartet, eine zweite front im westen zu eroeffnen, so dass hitler gezwungen wuerde, einen zwei-fronten-krieg zu fuehren.)

soviel ahnung ich ueber die derzeitige israelische situation habe, und so wenig ahnung ich von der militaerischen strategie des zweiten weltkriegs habe, aber hier werden aepfel mit birnen verglichen. die situation israels ist ganz gewiss eine komplett andere als die hitler-deutschlands im august ’39.

jetzt verwundert es mich allerdings, dass der autor dieses haaretz-artikels seiner regierung nicht vorschlaegt, mit einer der fronten (hezbollah und syrien im norden oder hamas/gaza im sueden) erstmal einen nicht-angriffspakt abzuschliessen (hamas in gaza hat am samstag oeffentlich erklaert, ueber einen waffenstillstand mit israel nachzudenken), um die situation an der anderen zu klaeren und sich dann mit gebuendelten kraeften wieder der zweiten front zu widmen (so wie es hitler-deutschland getan hat). nein, er schlaegt vor, jetzt in gaza einzumarschieren, die situation dort zu klaeren, auch auf die gefahr hin, in einen zwei-fronten-krieg gezogen zu werden. denn israel sei ja im zwei- und auch im drei-fronten-krieg erprobt. wenn der autor also eh eine andere strategie vorschlaegt, wozu dann der geschichtsschwenk zum dritten reich am beginn seines artikels?

"A license to kill", online-haaretz, am 17. sep. 2007
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