ich haette es zwar interessanter gefunden, haette ich die ueberschrift “gewehre zu zaeunen” waehlen koennen, aber soweit hat es dann eben doch noch nicht gereicht. die pa (palestinian authority – autonomiebehoerde) sammelt ja ganz kraeftig die waffen von hamas und islamic jihad und all den anderen bewaffneten einheiten der westbank ein. frage mich wirklich, was damit passiert, ob die sie einfach selber behalten, ob die kontrolliert zerstoert werden oder ob sie die einfach auf dem schwarzmarkt wieder verkaufen, um ihre tollen schwarzen mercedeslimousinen zu finanzieren. vorstellbar ist alles...
aber zurueck zum leuchtturm, der zwar schon lange nicht mehr geleuchtet hat (also im symbolischen sinne), aber doch irgendwie ein wahrzeichen von ramallah war. weiss auch nicht, ob dass hauptverkehrskreisel in ramallah jetzt ueberhaupt noch al-manara (arabisch: der leuchtturm) heisst. denn der leuchtturm steht ja nicht mehr. es war einst das metallene gebilde im mittel des kreises. einfach abgesaegt, die stuempfe gucken noch aus dem boden. daraus hat man dann zaeune gebastelt. hunderte. und jetzt sind die buergersteige abgezaeunt. die kreuzungen umzaeunt und ueberhaupt der freie fussgangerfluss in bestimmte bahnen eingezaeunt. das laesst natuerlich das ordentlich organisierte deutsche herz hoeher schlagen, struktur muss schon sein, gell? nur ist mein herz eben nicht so deutsch-organisiert. ich fuehle mich behindert in meiner freien wegstreckenplanung quer durch die stadt. das manara-hauptkreisel, einst ein wuseliger haufen aus autos, fussgaengern und strassenverkaeufern ist ein gezaehmter platz, auf dem artig ein paar autos ihre runden drehen und einzelne, wirklich sehr seltene fussgaenger von wuetenden verkehrspolizisten zur ordnung gepfiffen werden.
aber zurueck zum leuchtturm, der zwar schon lange nicht mehr geleuchtet hat (also im symbolischen sinne), aber doch irgendwie ein wahrzeichen von ramallah war. weiss auch nicht, ob dass hauptverkehrskreisel in ramallah jetzt ueberhaupt noch al-manara (arabisch: der leuchtturm) heisst. denn der leuchtturm steht ja nicht mehr. es war einst das metallene gebilde im mittel des kreises. einfach abgesaegt, die stuempfe gucken noch aus dem boden. daraus hat man dann zaeune gebastelt. hunderte. und jetzt sind die buergersteige abgezaeunt. die kreuzungen umzaeunt und ueberhaupt der freie fussgangerfluss in bestimmte bahnen eingezaeunt. das laesst natuerlich das ordentlich organisierte deutsche herz hoeher schlagen, struktur muss schon sein, gell? nur ist mein herz eben nicht so deutsch-organisiert. ich fuehle mich behindert in meiner freien wegstreckenplanung quer durch die stadt. das manara-hauptkreisel, einst ein wuseliger haufen aus autos, fussgaengern und strassenverkaeufern ist ein gezaehmter platz, auf dem artig ein paar autos ihre runden drehen und einzelne, wirklich sehr seltene fussgaenger von wuetenden verkehrspolizisten zur ordnung gepfiffen werden.
(al-manara frueher, mit metallgebilde, dem leuchtturm)
was ist nur aus der arabischen kleinmetropole geworden? da stehen jetzt fussgaengermassen an einem fussgaengerueberweg (ich berichtete bereits ueber die komischen weissen streifen auf den strassen, die ganz neu waren...), gestoppt von einem trillernden maennchen in blauer uniform und warten brav darauf, dass ihnen die trillerpfeife einen wink gibt. die autos halten und die fussgaenger gehen geradewegs ueber die strasse, um sich auf der anderen seite wieder hinter den ehemalgen leuchtturm zu zwaengen und ihren weg fortzusetzen. ich meine, wer an arabische laender denkt, denkt doch auch an hektische, ueberfuellte und wuselige basare, strassenverkaeufer und heiden-durcheinander. (gut ein paar denken vielleicht auch an terrorismus, die sollten aber schnell wieder auf rtl2 umschalten und sandmaennchen gucken) jedenfalls bestimmt nicht an wartende fussganger an einem fussgaengerueberweg. sowas gibts ja nichtmal im europaeischen italien oder spanien.
klar, ist nur meine meinung, aber ich find diese zaeune extrem ueberfluessig und regelrecht laecherlich. nimmt man sich ein paar minuten, und schaut sich dabei die gesichter der wartenden an, so erblickt man viel unverstaendniss, kopfschuetteln und muedes laecheln. nicht nur ich empfinde diese verkehrserziehnungsmassnahme als wirklich am ziel vorbeigeschossen. mal im ernst, um ordnung herzustellen (ich denke mir, dies soll der sinn der zaeune aus dem ehemaligen leuchtturm sein – ordnung in den fussgaengerfluss im zentrum der stadt zu bringen), braucht es doch erstmal ein system. eine katalogisierung, irgendeine basis, auf der dann eine ordnung errichtet werden kann. ordnung basiert doch auf einer grundeinheit, einer gliederung, einem format. palaestina oder ramallah haben aber kein system, keine basis, nach der eine ordnung entstehen koennte. hier wird das pferd von hinten aufgezaeumt. erst ordnung schaffen und dann das system drumherum kreieren? oder was? haetten sie wenigstens die alten gewehre der hamaskaempfer zu zaeunen umgearbeitet, dann gaebe es wenigstens ein motto, einen sinn, wie etwa: entwaffnung der hamas bringt ordnung und ein system! das waere eine aussage, ich muesste nicht mutmassen, was wohl mit den schiesseisen passiert.
was faellt sonst noch so neues nach meinem urlaub auf? es gibt flaggen zu kaufen, viele flaggen, ueberall. allerdings nur zensiert. man findet keine roten flaggen der linken fraktionen (in jenin und nablus werden auch die kampfeinheiten der linken scharf verfolgt und werden fuer allerlei scharmuetzel mit den israelis verantwortlich gemacht), man findet auch keine gruenen flaggen der hamas! die hamas als solche ist ja noch als partei anerkannt (nur ihre militarisierten fluegel sind von der pa als terroristische vereinigungen eingestuft!) aber flaggen gibts nicht. dafuer kann man die gelben der fatah ueberall kaufen, nebst den palaestinensischen natuerlich und libanesischen, die mit dem zedernbaum. warum soviele libanesische zum verkauf aushaengen weiss ich nicht. schliesslich ist der libanon noch immer in seinem praesidenten-wahl-prozess, also zu frueh, um sich zu solidarisieren, wenn noch nicht fest steht, wie syrisch- und iranisch-abhaengig das land werden wird. und, und das ist das eigentlich ueberraschende, es gibt die schwarzen flaggen des islamic jihad ueberall zu kaufen. als ob die friedfertiger oder „weniger terroristisch“ waeren als die bewaffnete hamas. eben kein system.
was ich noch sagen kann ist, die meisten scheinen pessimistisch in die zukunft zu blicken. haben den gleichen eindruck wie ich von der nicht-erwaehnenswerten-november-schaubude-von-annapolis: nothing changed, nothing happend. aber darueber moechte ich mich noch ein bischen intensiver erkundigen und durchfragen. nur ein zitat von heute, dass sehr gut meinen ersten eindruck vom gesamtgemuet ramallahs kurz fast: wenn wir heute wahlen haetten, und es stuenden hamas, fatah und die israelischen besatzer zur wahl, die israelische besatzung wuerde gewinnen!
klar, ist nur meine meinung, aber ich find diese zaeune extrem ueberfluessig und regelrecht laecherlich. nimmt man sich ein paar minuten, und schaut sich dabei die gesichter der wartenden an, so erblickt man viel unverstaendniss, kopfschuetteln und muedes laecheln. nicht nur ich empfinde diese verkehrserziehnungsmassnahme als wirklich am ziel vorbeigeschossen. mal im ernst, um ordnung herzustellen (ich denke mir, dies soll der sinn der zaeune aus dem ehemaligen leuchtturm sein – ordnung in den fussgaengerfluss im zentrum der stadt zu bringen), braucht es doch erstmal ein system. eine katalogisierung, irgendeine basis, auf der dann eine ordnung errichtet werden kann. ordnung basiert doch auf einer grundeinheit, einer gliederung, einem format. palaestina oder ramallah haben aber kein system, keine basis, nach der eine ordnung entstehen koennte. hier wird das pferd von hinten aufgezaeumt. erst ordnung schaffen und dann das system drumherum kreieren? oder was? haetten sie wenigstens die alten gewehre der hamaskaempfer zu zaeunen umgearbeitet, dann gaebe es wenigstens ein motto, einen sinn, wie etwa: entwaffnung der hamas bringt ordnung und ein system! das waere eine aussage, ich muesste nicht mutmassen, was wohl mit den schiesseisen passiert.
was faellt sonst noch so neues nach meinem urlaub auf? es gibt flaggen zu kaufen, viele flaggen, ueberall. allerdings nur zensiert. man findet keine roten flaggen der linken fraktionen (in jenin und nablus werden auch die kampfeinheiten der linken scharf verfolgt und werden fuer allerlei scharmuetzel mit den israelis verantwortlich gemacht), man findet auch keine gruenen flaggen der hamas! die hamas als solche ist ja noch als partei anerkannt (nur ihre militarisierten fluegel sind von der pa als terroristische vereinigungen eingestuft!) aber flaggen gibts nicht. dafuer kann man die gelben der fatah ueberall kaufen, nebst den palaestinensischen natuerlich und libanesischen, die mit dem zedernbaum. warum soviele libanesische zum verkauf aushaengen weiss ich nicht. schliesslich ist der libanon noch immer in seinem praesidenten-wahl-prozess, also zu frueh, um sich zu solidarisieren, wenn noch nicht fest steht, wie syrisch- und iranisch-abhaengig das land werden wird. und, und das ist das eigentlich ueberraschende, es gibt die schwarzen flaggen des islamic jihad ueberall zu kaufen. als ob die friedfertiger oder „weniger terroristisch“ waeren als die bewaffnete hamas. eben kein system.
was ich noch sagen kann ist, die meisten scheinen pessimistisch in die zukunft zu blicken. haben den gleichen eindruck wie ich von der nicht-erwaehnenswerten-november-schaubude-von-annapolis: nothing changed, nothing happend. aber darueber moechte ich mich noch ein bischen intensiver erkundigen und durchfragen. nur ein zitat von heute, dass sehr gut meinen ersten eindruck vom gesamtgemuet ramallahs kurz fast: wenn wir heute wahlen haetten, und es stuenden hamas, fatah und die israelischen besatzer zur wahl, die israelische besatzung wuerde gewinnen!
