was kann man noch zu gaza sagen, was nicht schon in irgend welchen medien ausgetratscht worden ist. es ist einfach nur traurig. ein armutszeugnis ob unserer „menschlichen waerme“ eine schande fuer uns menschen und ein weiteres kapital im geschichtsbuch der inhumanitaet der menschlichen rasse auf diesem planeten. das hat alles nix mit israelis oder amerikanern oder palaestinensern zu tun, nichts mit hamas, fatah, likud oder schas, nichts mit pro oder kontra, terroristen oder soldaten. hier versagt einfach nur wieder die menschheit, ein gesunder menschenverstand, mitgefuehl. das wesen des gemeinwohls auf globaler ebene gegen einen blinden egoismus aus profitgier und fuer interessen des eigenen machterhalts und totalitaetsanspruchs. es zeigt einmal mehr die nichtigkeit einer uno, eines sicherheitsrates, irgend einer vereinigung auf globaler ebene. gaza ist nur ein weiterer peak in einem 60 jahre andauernden missgeschick der politiker dieser welt, ihrer voelker, humanitaerer und selbstloser organisationen, des scheiterns von dir und mir.
eigentlich ist das, was dieser tage aus gaza berichtet wird, angefangen von den berichterstattungen westlicher medien ueber den ploetzlich massiven raketenangriff aus gaza, als vergeltung fuer einen vorhergegangenen luftschlag der isralischen armee, bei der zuviele menschen auf einmal starben und schwer verletzt wurden, vor gut zwei wochen. zu viele im vergleich zu den sonstigen taeglichen militaerischen auseinandersetzungen in und aus gaza. eigentlich ist das, was da gerade zu vernehmen und darueber zu hoeren ist, nichts anderes als ein statistisch periodisch auftretender ausschlag auf der skala des nahostkonflikts, der deshalb wiedereinmal von den radaren der news-redaktionen erfasst wurde.
und genau deshalb ist es so traurig, weil trotz des peaks, der damit verbundenen aufmerksamkeit eine betroffenheit geheuchelt wird und sich dann wieder zum kamin zurueck gedreht wird, um den naechsten privaten millionendeal zu unterzeichnen.
wir haben hier gerade winter. klar, der faellt hier in den bergen wesentlich heftiger aus als an der mittelmeerkueste, also im gazastreifen. aber auch dort ists nicht waermer als 10 grad. drinnen wie draussen! viel regen, alles ist nass. drinnen wie draussen! starke winde, vermehrt aus nord, mit kalter luft aus sibirien. drinnen wie draussen!
drinnen wie draussen! kann man nicht oft genug sagen. denn waehrend du jetzt grad bei 20 grad sitzt und am computer liest, kann es draussen noch so eisig und stuermisch kalt sein...
und in gaza nutzen zur zeit nicht einmal die millionen aus europa und asien etwas. auch die privilegierten und korrupten, die ueber die seltenheit einer zentralheizung verfuegen, muessen dieser tage frieren. drinnen wie draussen.
und waehrend ich hier vor einem elektrischen heizstrahler sitze, um den schnee vor der haustuer und das tauwasser hinter der haustuer zu vergessen, gibts in gaza schon seit anfang oktober keinen oder nur eingeschraenkten strom. vier stunden strom am abend und vier stunden am morgen, um sich einen warmen tee zu kochen und ein bischen vor dem strahlgeraet die haende zu waermen. um eine email an verwandte zu schreiben, die nachrichten zu lesen, seine arbeit zu erledigen. und diese jeweils vier stunden natuerlich auch nur, wenn man gerade zu den gluecklichen gehoert, deren stromleitung nicht wieder einmal kaputt ist. das war der luxus bis ende november.
ab dann hiess es nur noch strom fuer die aufrechterhaltung des oeffentlichen lebens, sprich krankenhaeuser, telekommunikation, polizei und regierungseinrichtungen. es war mal ein interessanter bericht zu lesen, warum die lieferungen des heizoels fuer gazas kraftwerk so unregelmaessig kamen und in nicht ausreichender menge. kompetenz-wirr-warr. da muss der dirketor des kraftwerkes in gaza seinen koordinator in ramallah anrufen, um die bestellung zu uebermitteln. dies muss auf israelische anweisung taeglich passieren. er darf nur jeweils die menge eines tagesbedarfes ordern. sein koordinator gibt die bestellung, die natuerlich immer gleich ausfaellt, naemlich in der hoehe des tagesbedarfes fuer den gazastreifen, an einen adjutanten im palaestinensichen energieministerium weiter. dieser hat einen armeegeneral der israelischen streitkraefte, an den er die bestellung weitergibt. und dieser leitet das gesuch an sein verteidigungsministerium weiter, in welchem dann entschieden wird. bei positivem urteil ist dann das verteidigungsministerium verantwortlich, die anweisung zur lieferung des heizoeles an das wirtschaftsministerium, das transportministerium, den privaten heizoellieferanten, den kommisar fuer strategische angelegenheiten, den oberbefehlshaber der armee fuer den negev, den armeechef am grenzuebergang zwischen israel und gaza und den palaestinensischen fuhrunternehmer zu uebermitteln. und da seit dem gazacoup der hamas im juni nie wieder die volle benoetigte tagesmenge zur lieferung genehmigt wurde, variieren auch die mengen, die taeglich an heizoel nach gaza geliefert werden duerfen. also faellt es auch nicht auf, wenn tatsaechlich weniger geliefert wird, als vom verteidigungsministerium fuer den heutigen tag genehmigt wurden.
so zumindest hat sich der sprecher des verantwortlichen im israelischen verteidigungsministerium dafuer entschuldigt, dass im dezember gerade einmal 20% des taeglichen bedarfs an heizoel geliefert wurden, was nichteinmal zum aufrechterhalten des betriebes in den krankenhaeusern reicht. die reserven des kraftwerkes, auch die reserven an diesel fuer die notstromaggregate der krankenhaeuser und polizeistationen waren bereits im august/september aufgebraucht gewesen. israel haette niemals vorgehabt, einen ganzen monat lang die bewohner von gaza so leiden zu lassen, dass sogar einige krankenhaeuser schliessen mussten.
gaza leidet bereits seit juli unter dieselmangel, der grundstoff fuer strom, kochen, heizen, fliessend wasser, sozusagen das lebenselixier des strips. und waehrend in den spaetsommer- und fruehherbstmonaten die reserven an diesel gemindert wurden, auf grund der israelischen sanktionen, wurden die reserven an kassamraketen bei hamas und jihad aufgestockt. denn diese hatten gelernt, und das ist eine neue qualitaet in deren „widerstandskampf“, ihre raketen zu lagern, ueber monate. bislang musste eine frisch zusammengeschusterte rakete innerhalb von 5-6 tagen verschossen werden. klar, seit november haetten keine raketen mehr fliegen koennen, weil kein strom und kein gas vorhanden waren, um die produktion der raketen aufrecht zu erhalten. ok, die hamas ist natuerlich nicht gaenzlich vom strom abgeschnitten. die fuehrende partei im gazastreifen hat natuerlich auch trotz lieferungsstops aus israel ihre reserven, mittel und wege, speziell fuer den raketenbau. die tunnel zwischen gaza und aegypten arbeiteten ja weiter, unabhaengig von jeder israelischen blockade des strips, also kommt auch heizgas und sprit ins land. aber der hagel von ueber 120 raketen auf israel innerhalb von drei tagen (der beginn des peaks in der statistik, der von den medien registriert wurde), mitte dezember, ist eine quantitaetssteigerung sondersgleichen. und es zeigt, dass raketen lagerbar sind, auch die primitiven der hamas, auch unter den widrigsten umstaenden, die die israelis den bewohnern von gaza zumuten.
da den israelis laut einem bericht des shin beit (inlandsgeheimdienst) bereits seit august klar war, dass die hamas gelernt hat, ihre raketen zu lagern, koennen also die israelischen sanktionen ueber gaza nicht die minderung des reaketenbeschusses aus gaza zum ziel haben. denn die politische fuehrung weiss ja, dass die hamas genug auf lager hat und auch nachweislich ohne israelischen strom und gas weiter produzieren kann. was aber soll die komplettabriegelung des streifens seit nunmehr 6 monaten dann bewirken? erwartet in der regierung olmert irgendein minister tatsaechlich, dass ein einfacher handwerker, fischer oder haendler in gaza hungrig im dunkeln sitzt und auf grund seiner absoluten perspektivlosigkeit, seiner auferzwungenen unfaehigkeit irgendwas zu tun, ploetzlich entscheidet: ach ja, die israelis meinen es ja nur gut mit uns, ich unterstuetze jetzt kompromisslos einen juedischen staat israel. dies zumindest tut die pr der israelischen regierung kund, dass die sanktionen ueber gaza der einfachen bevoelkerung zeigen soll, dass die hamas keine gute entscheidung ist, sondern israel die bessere. sind wir denn im maerchenwald hier?
also war die letzte aktion der hamas, der mauerdurchbruch nach aegypten nur die logische folge des israelischen boykotts. und ich behaupte die gewollte folge israels. denn so wie die israelischen medien durch die bank durch auf den „ploetzlichen“ grenzdurchbruch reagierten, kam dies keineswegs ueberraschend oder unpassend fuer israel. ganz im gegenteil. der gazastreifen wird rund um die uhr aus der luft ueberwacht, besonders die grenzen von gaza, auch die nach aegypten. schliesslich ist der sinai ein beliebtes touristenrueckzugsgebiet fuer israelis und israel selbst erlaubt den aegyptern nur eine bestimmte kleine anzahl von grenzsoldaten an der gaza-grenze. aus dem einfachen grund, weil israel nicht die kontrolle ueber die aegyptische gaza-grenze aufgeben will. also ist aegypten nicht in der lage, die grenze zu kontrollieren geschweige denn zu sichern und israel ist in der lage, auch die grenzregion zwischen aegypten und gaza militaerisch zu nutzen, einheiten zu stationieren und die souveraenitaet aegyptens zu untergraben. alles im kampf gegen den terrorismus.
die drohnen der israelis kreisen tag und nacht ueber dem gebiet palaestinas. der mauerdurchbruch war keine nacht- und nebel-aktion, sondern ein geplanter und praezise durchgefuehrter coup, der ueber 2 wochen ging. es wurden zunaechst schweisspunkte an der metallmauer angebracht, kleine loecher fuer die naechsten arbeitsschritte hineingeschweist. auf einer laenge von knapp zwei kilometern, in praezisen und gleichen abstaenden. die naechsten naechte wurden genutzt, um die loecher zu kleinen feinen rissen zu verbinden, lauter kleiner geschweisster risse im metallgebilde, meter fuer meter. bis dann letztendlich der durchbruch passierte. und auch dies nicht ploetzlich ueber nacht, sondern wohl organisiert und innerhalb von drei tagen durchgefuehrt. angefangen mit einer demonstration, organisiert von der hamas, bei der nur kinder mit kerzen vorgefuehrt und aufgestellt wurden. man haette dies als eine klare pr-massnahme der hamas begreifen koennen, bilder im internationalen fernsehen von kindern, die mit kerzen im winter auf die strasse gehen, um zu zeigen wie schlecht es ihnen geht auf grund der israelischen sanktionen, machen sich immer gut, beeinflussen die meinungen der massen. doch diese aktion der hamas war zu augenscheinlich. nicht das ich etwas von einem bevorstehenden durchbruch der grenze zu aegypten geahnt haette, als ich ueber die demo der kinder in gaza las. aber selbst mir war klar, da steckt mehr dahinter. die hamas hat ihre propagandafaehigkeiten mehrfach unter beweis gestellt, als das man solch eine aktion haette ignorieren koennen. da war was im busch, das war allen klar. aber niemand schritt ein, niemand hinterfragte. die israelis warteten einfach den naechsten schritt in der inszenierung ab. und der kam am tag darauf, in form einer frauendemonstration. hunderttausende von frauen demonstrierten gegen den israelischen boykott. warum ploetzlich? nach ueber fuenf monaten boykott, die weltpresse war bereits auf gaza gerichtet, der sicherheitsrat der uno befasste sich bereits mit dem problem, warum also ploetzlich diese grossangelegte demo? denn solche demos in gaza sind keine spontanaktionen der bevoelkerung. schon gar nicht, wenn nur frauen auf die strassen gehen. dies manoever organisierte die hamas, um anderes zu verbergen. und was die hamas mittels dieser zwei demos verbergen wollte kam am dritten heraus, naemlich die endgueltige sprengung der mauer. die sprengsaetze wurden waehrend der demos am zaun angebracht, um sie am naechsten tag zu zuenden. und mit den demos versuchte man freilich nicht, die israelischen spionagekraefte abzulenken. die unbemannten drohnen der israelis kreisen ueber sicherheitsrelevanten zonen im gazastreifen, und nicht dort, wo ploetzlich eine demonstration aufkommt. nein, die israelis haben genau gesehen, was dort gemacht wird. man schweisst nicht in 6 oder 7 naechten in einen 2 kilometer langen metallzaun hunderte von loechern und verbreitert diese in weiteren naechten zu langen, durchgaengigen rissen und befaesstigt in weiteren zwei naechten einige dutzende sprengladungen am grenzzaun, ohne dabei gesehen zu werden. selbstverstaendlich geben militaerische kreise dies nicht zu, aber es gibt genug isralische stimmen, die zugeben, dass israel all dies gesehen und gewusst hat. die demos in gaza vor der mauersprengung dienten nur dem fang der auslaendischen presse. denn die sollte am grossen tag der mauersprengung bereits vor ort sein, also gibt man ihnen futter, bereits zwei tage vor dem ereigniss. sozusagen als warm-up.
kurz um, und einige parlamentsmitglieder offenbarten dies auch in interviews, israel ist froh, dass sich gaza mit seinen problemen aegypten zuwendet und hat deshlab der mauersprengung zwei wochen lang hoffnungsvoll zugeschaut ohne einzuschreiten. soll doch aegypten in zukunft das diesel und heizgas liefern und sich mit den formalitaeten fuer die medikamenten- und lebensmittellieferungen der weltgemeinschaft rumplagen. der wunsch der regierung, der dem staat einige millionen verwaltungskosten sparen wuerde, kommt nur einigen geschaeftsleuten in israel ungelegen. schliesslich wurden, vor den sanktionen, taeglich 8 millionen schekel (ca. 2 mio.us$) mit gaza umgesetzt. es ist zwar nur ein kleiner wirtschaftszweig der israelischen oekonomie, da dieser aber stark reglementiert ist, sprich ein geschaeftsmann, der handel mit gaza treiben wollte, wurde ausgesucht und gemustert, er musste sich regelrecht bei der regierung dafuer bewerben. und deshalb war auch der kleine kreis der privilegierten israelischen „gazahaendler“ ein feiner kreis. lobbyarbeit sagt man heute dazu. man kann sich vorstellen, wie die posten zugeschoben wurden, einfluss in regierungskreisen bei der vergabe der lizenzen fuer den handel mit gaza geltend gemacht wurde. also es ist ein durchaus einflussreicher kreis mit guten kontakten, die leute, die die taeglichen 2 mio dollar mit gaza machten.
solche leute ueberrumpelt man nicht einfach mit einer regierungserklaerung, dass jegliche beziehung, wirtschaftlich wie diplomatisch, ab sofort hundert prozent untersagt ist. auch wenn dies aktuell passiert ist, naemlich saemtliche kontakte jeder natur mit gaza abgebrochen, von israelischer seite, so wurde dies doch immer mit sicherheitsmassnahmen begruendet, also akzeptabel.
die israelische regierung wollte, konnte aber nicht aus privat-wirtschaftlichen interessen heraus, den kontakt mit und zu gaza komplett abbrechen. dies hat nun die hamas fuer sie erledigt. auch wenn immernoch einige linke israelis in zeitungskommentaren davon „schwaermen“, dass nun die hamas das heft in die hand genommen hat, die politische agenda israels bestimme und die strategie eindeutig anfuehre, israel selbst nur noch reagieren und nicht mehr agieren koenne. so liegen doch die vorteile auf israels seite, dieser kurzzeitigen internationalen verwirrung ueber die grenzsouveraenitaet voelkerrechtlich ungeklaerter staatsgrenzen eines gebietes, dessen zugehoerigkeit zum eigenen staatsgebiet zwar nach wie vor von israel proklamiert wird, doch aber nie wirklich, seit der eroberung, gewollt ist, und das aber gleichzeitig als kriegsbeute dieses souveraenen staates eingestuft wird, als illegal annektiertes land, und das gleichzeitig von dem staatlichen souveraen komplett geraeumt worden ist, also keinerlei legislative, judikative oder executive einrichtungen dieses souveraens beherrbergt, aber dennoch weiterhin diesem souveraen untergeordnet bleibt, und das gleichzeitig der autoritaet eines regierungsgebildes untersteht, welche aber ueber keinerlei kompetenzen verfuegt, da auch dieses regierungsgebilde dem souveraen untersteht, bzw. seine entscheidungen absegnen lassen muss und einem gebiet, dass also folglich unter keinerlei praesenter ordnungsmacht verweilt, sondern sich selbst ueberlassen wurde.
die moegliche folge dieser kurzen verwirrung bringt fuer israel massive pr-vorteile, buerokratieeinsparungen, weniger moralische belastungen, einen grossen daempfer fuer die argumentationsreihe der israelischen linken und verwaltungstechnisch wie militaertechnisch erhebliche einsparungen und erleichterungen. vorausgesetzt, ihr plan der abspaltung und selbstbefreiung von dem „ungetuem im hinterhof“ geht so auf. dies allerdings haben die israelis weniger in der hand als vielmehr blair, der hamaschef in damaskus und vielleicht noch solana, der europaeische aussenbeauftragte, und nicht zu vergessen iran.
was mit palaestina und den palaestinensern in gaza geschieht, interessiert dabei grad keinen. und wie aegypten, der sinai faehig sein sollten, gaza zu versorgen, mit allem, was unsere heutige moderne zivilisation so dringend braucht, und gleichzeitig dabei dann auch noch fuer die terroristenabwehr in gaza verantwortlich sein soll, denn das eine geht mit dem anderen einher. wer die fruechte gaza’s ernten will, die taeglichen 2 mio. dollar, der wird auch international fuer die sicherheit und vor allem die „dichtheit“ der grenze verantwortlich gemacht.
und aegypten sitzt zwischen den stuehlen. aus ihrer arbisch-muslimischen verantwortung heraus will mubarak den palaestinensern schon helfen. auf der anderen seite hat er wohl keinen bock darauf, sich ein weiteres problem mit gaza aufzuhalsen. auch er hat eine starke opposition im lande. besonders zu erwaehnen ist hier die „muslimbruederschaft“, die enge verbindungen mit der hamas unterhaelt und mubarak zu vielen zugestaendnissen zwingt. aber er will und kann auch nicht den westen gegen sich aufbringen, imdem er sich mit gaza, und damit zwangslaeufig mit der hamas verbindet. er liess zwar die palaestinenser 10 tage lang unbehelligt seine grenze passieren, bevor er dann anfing, die ersten loecher auf druck israels mit stacheldraht wieder zu verschliessen. doch bereits am 4 tag der freiheit hielt er die shops im aegyptischen teil der stadt raffah an, dicht zu machen, um die palaestinenser nicht zu einer illegalen einreise in den sinai zu verfuehren, wie er offiziel verlauten lies. er laesst die menschen aus gaza in sein land rein, verbietet aber seinen haendlern, ihnen etwas zu verkaufen. diese strategie zeigt eindeutig, dass sich mubarak nicht selbst bewegen kann, sondern einzig versucht, allen gerecht zu werden. den israeelis, bush, seiner eigenen partei, den muslimbruedern. heraus kommt dann dabei solch ein alberner mix aus freundlichkeit und abweisung.
und die menschen in gaza sind natuerlich froh ueber den temporaeren fall der mauer. sie leiden und geniessen den kurzen ausflug zurueck ins leben. sie brauchen und koennen nicht an die politischen folgen und die zukunft denken, sie wollen einfach nur konsumieren, wie wir alle, ihr leben leben. israel schert sich einen dreck drum, zwar verstaendlicherweise, aber moralisch verwerflich, schliesslich haben sie nunmal diese menschen und das land militaerisch erorbert, die verantwortung gewalttaetig an sich gerissen. abbas schert sich einen dreck drum, zwar verstaendlicherweise, aber eines praesidenten der palaestinenser nicht wuerdig und einfach reudig, schliesslich sind auch in gaza ein drittel der menschen seine waehler und drei drittel auch palaestinenser. bush schert sich einen dreck drum, aber wahrscheinlich weiss er nichtmal wo gaza liegt. seine nicht-erwaehnung und konsequente ausklammerung des streifens sind deutlich genug gewesen.
und die hamas hat den menschen in gaza ein stueckchen freiheit geschenkt, den israelischen boykott ausgehebelt. wenn sie damit mal nicht fuer die menschen auf der strasse bewiesen hat, dass sie faehig ist, den palaestinensern zu geben was sie brauchen und dabei noch weiterhin den wiederstandskampf fortfuehren zu koennen, trotz der israelischen andauernden aggressionen. das mag einem jetzt subtil oder naiv vorkommen. aber nach fuenf monaten entzug von allem war dies wie weihnachten und geburtstag zusammen, ein kleines loch ins paradies, die oeffnung der mauer. soviel also zu israelis zweitem ziel der sanktionen: dem einfachen buerger in gaza begreiflich zu machen, dass sie israel zum ueberleben brauchen, dass israel die bessere wahl ist, anstelle der hamas.
fuer die hamas selbst war es wohl kaum ein dienst am wohle des volkes, als vielmehr ein politisch strategischer zug. die planung kommt nicht aus dem hause hanije, dem ehemaligen ministerpraesidenten palaestinas, regierungschef im heutigen gaza, sondern sie ist aus damaskus geleitet, der hauptzentrale der partei. da steckt kein kleingeistlicher militaerischer aktionismusgedanke dahinter, um israel mal wieder einen kleinen schlag zu versetzen, sondern ein vielmehr auf langfristige perspektiven hinaus gedachter plan. eine politische strategie. palaestina, mit westbank und gaza (ohne gaza ist es nicht moeglich, auch nicht mit abbas), neben israel, soll nicht entstehen. und es gibt auch realpolitiker in der hamas, die den gedanken der tilgung israels von der landkarte als motivation, nicht aber als militaerisches ziel sehen. israel ist da und wird durch einen palaestinensichen widerstandskampf nicht weggehen. also soll die gruendung des staates palaestina verhindert werden, damit der konflikt auf der politischen agenda der welt verweilt, und in den strassen palaestinas. und damit auch die voelkerrechtliche bewertung der grenzen und hauptstadt israels auf sich warten laesst. denn ueber eins sind sich israelis wie palaestinenser einig, die zeit spielt gegen die israelis. selbst olmert aeussert dies in der knesset.
